Der Weihnachtsmann

Die weihnachtliche Symbolfigur Nummer Eins ist der Weihnachtsmann. Er ist der Popstar unter den Geschenkebringern, für Kinder gar eine Art Gott und angeblich sogar mit Coca Cola im Bunde. Ein rundlicher, alter Mann in rotweißem Kostüm, so weich wie das Fell seiner treuen Rentiere. Mit buschigem, weißem Bart bis zur Brust, einem schwungvollen Schnurrbart unter der knolligen Nase und dicken, roten Wangen: So stellen sich die Kinder den Weihnachtsmann vor. An Heiligabend rutscht er durch den Schornstein und legt die Geschenke unter den Weihnachtsbaum oder steckt sie in die Socken, die über dem Kamin hängen. Seit fast einem Jahrhundert ist der großväterlich anmutende Weihnachtsmann in vielen Regionen der Erde, besonders in den evangelisch geprägten Ländern, der beliebteste Geschenkebringer zum Weihnachtsfest. Aber wer genau ist dieser „Weihnachtsmann“ eigentlich?

Der Weihnachtsmann verdrängt Nikolaus und Christkind

Der heilige Nikolaus, der seinerzeit als Bischof lebte, genauso wie das Christkind, sind beide in Deutschland sowie vielen anderen Ländern Europas überwiegend in den Hintergrund geraten. Auch Väterchen Frost, das russische Pendant zum Weihnachtsmann, steht in seinem Schatten. Nachdem die Protestanten im Zuge der Reformation die Verehrung des Heiligen Nikolaus von Myra ablehnten, war vor allem in Europa lange Zeit das Christkind für die Bescherung an Weihnachten zuständig. Insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika glauben kleine Kinder aber an „Santa Claus“, wie sie den Weihnachtsmann dort nennen. Der lebt den Geschichten zufolge als alter Mann mit Rauschebart am eisigen Nordpol und liefert die von Weihnachtselfen hergestellten Geschenke aus – mit seinem riesigen Schlitten, der von acht Rentieren magisch durch die Lüfte gezogen wird. Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner, Blitzen und Rudolph mit der roten Nase ziehen den Schlitten.

Heute ist der Weihnachtsmann in der ganzen Welt bekannt. Auch in großen Teilen Deutschlands ist er der Geschenkebringer an Weihnachten, auf den sich die Kinder mit funkelnden Augen freuen. Auf den Nikolaus am 6. Dezember zwar auch, aber eben nicht so sehr – weder ist dessen Bart so weiß wie der vom Weihnachtsmann noch sind seine Geschenke so üppig. Zudem bringt der Weihnachtsmann nicht einfach nur Geschenke, sondern vollbringt dies gar auf magische Weise. Wenn er in der heiligen Nacht mit seinem Schlitten von Familie zu Familie reitet, mag er aus kleinen Kinderaugen fast wie ein Gott anmuten. Zu verdanken ist dies auch der international groß angelegten Vermarktung des Weihnachtsmanns, die zweifelsohne Geschichte schrieb und den Weihnachtsmann sicherlich für alle Zeiten als Geschenkebringer etablierte.

Coca-Cola hat den Weihnachtsmann erfunden - stimmt das?

Jeder kennt sie: Die Werbespots von Coca Cola, in denen der Weihnachtsmann im Eis des Nordpols gekühlte Cola-Flaschen ausschenkt und dann mit seinem Schlitten davonreitet. Vielleicht haben Sie auch schon die berühmten und funkelnd beleuchteten Coca Cola-Weihnachtstrucks durch die Stadt fahren sehen, auf denen der Weihnachtsmann eine Flasche grüßend in die Luft hält. Sogar auf den saisonalen Cola-Dosen ist der Weihnachtsmann abgedruckt. Gehören Coca Cola und der Weihnachtsmann zusammen?

Seit langer Zeit hält sich der Mythos, die Entstehung des Weihnachtsmannes sei auf die Coca Cola Company zurückzuführen. Das stimmt so allerdings nicht. Zwar hat der Limonadenkonzern wesentlich zur Verbreitung der Weihnachtsikone beigetragen, erfunden wurde der Geschenkebringer aber nicht von Coca Cola. Den gab es schon lange Zeit bevor das Unternehmen 1931 damit begann, die Figur jährlich für ihre Werbekampagnen an Weihnachten zu nutzen. Die Verbreitung und das Erscheinungsbild des Weihnachtsmannes wurden aber durchaus von Coca Cola angespornt und gefestigt.

Der wahre Ursprung des Weihnachtsmanns

Wo kommt der Weihnachtsmann aber eigentlich her? Die Anfänge des Weihnachtsmanns reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Schon im Jahre 1773 tauchte der Name „Santa Claus“ in der amerikanischen Presse und später in Kinderbüchern auf. So veröffentlichte der amerikanische Schriftsteller L. Frank Braun 1902 beispielsweise das Kinderbuch „The Life and Adventures of Santa Claus“. Damals sah Santa allerdings noch völlig anders aus und nicht wie die Figur, die Künstler Haddon Sundblom ein Jahrhundert später für Coca Cola zeichnete und sich bis heute kaum veränderte. Vielmehr glich er optisch dem Nikolaus in seinem schlichtem Gewand.

Im Grunde ist der Weihnachtsmann eine Vereinigung verschiedener Figuren, vor allem vom heiligen Nikolaus, aber auch seinem Gehilfen Knecht Ruprecht und dem niederländischen Sinterklaas, von dem die englische Bezeichnung Santa Claus stammt. Diese wurde auch in Washington Irving’s History of New York (1809) verwendet. Seitdem tauchte der Name Santa Claus immer wieder auf, bis ihm schließlich im 20. Jahrhundert sein Marketing-Durchbruch gelang. Heute kennt die Welt ihn als älteren, dicklichen Herren mit Rauschebart in rotem Anzug – er ist das Symbol für Weihnachten und den gesamten Winter bis zum Fest präsent.

Traditionen und Bräuche rund um den Weihnachtsmann

In Amerika bereiten die Kinder für Santa Claus traditionell Milch und Kekse vor. In anderen Ländern werden zu Weihnachten auch Kuchen oder andere Gerichte ausgestellt, in Irland bekommt Santa sogar ein Glas Guinness hingestellt. Inwiefern sich der Konsum alkoholhaltiger Getränke auf die Geschenkeverteilung auswirkt, dazu liegen uns keine Informationen vor – doch kann sich der Weihnachtsmann zwischen den Besuchen der einzelnen Häuser mit oder ohne Bier stärken und ausruhen. Während die Bescherung in einigen Ländern traditionell erst am Morgen des 25. Dezembers stattfindet, bleibt es in den deutschen Haushalten meist bei Heiligabend.

Gemäß der Tradition werden allerdings nur die braven Kinder beschenkt. Die unartigen Kinder hingegen bekommen eine Rute vom Weihnachtsmann, ähnlich wie sie Knecht Ruprecht zu Nikolaus verteilt. Ähnlich wie beim Christkind, ist auch das Briefeschreiben an den Weihnachtsmann weit verbreitet. Die Briefe enthalten eine Wunschliste mit Spielsachen, aber auch Beispiele für ihr braves Verhalten. Im Advent können Kinder ihre Briefe an das Christkind, den Nikolaus und auch den Weihnachtsmann schicken. In Deutschland nimmt die Deutsche Post die an den Weihnachtsmann oder das Christkind adressierte Briefe entgegen und schickt, wenn die Briefe rechtzeitig ankommen, sogar eine Antwort zurück.