Der Nikolaus

Oft verwechselt mit dem Weihnachtsmann, ist der heilige Nikolaus doch alles andere als eine Kunstfigur und keine zur kommerziellen Nutzung bestimmte Erfindung. Es gab den Nikolaus wirklich! Und seine Geschichte ist zweifelsohne deutlich spannender als die des Weihnachtsmanns und so ranken sich viele teils mysteriöse Sagen um den legendären Bischof.

Keine Erfindung, sondern echt:

Nikolaus von Myra lebte im 4. Jahrhundert im kleinasiatischen Lykien in der heutigen Türkei. Noch zu Lebzeiten und nicht erst nach seinem Tod galt der Nikolaus unter den Menschen als Heiliger, Nothelfer und Schutzpatron. Zusammen mit dem Christkind und dem Weihnachtsmann ist er heute einer der großen Geschenke- und Gabenbringer der Adventszeit und der Weihnachtszeit. Sein Gedenktag ist der 6. Dezember, der im katholischen Christentum auch heute noch als Nikolaustag gefeiert wird.

Wer war der heilige Nikolaus von Myra?

Bekannt war der Bischof Nikolaus für seine Selbstlosigkeit, seine Nächstenliebe und sein selbstloses Schenken und Teilen. Viele Geschichten ranken sich deshalb um ihn. Das von seinen Eltern geerbte Vermögen verteilte er den Legenden nach unter den Armen und Bedürftigen, um Freude zu schenken und daran zu erinnern, Gutes zu tun. So habe er Armenhäuser für Obdachlose, Waisenhäuser für Kinder ohne Eltern und ein Haus für alte Seefahrer errichten lassen. Deshalb gilt Nikolaus von Myra auch als Schutzpatron der Seeleute. Seine guten Taten waren weit über sein Heimatland hinaus bekannt – auch nach seinem Tod. Als er im hohen Alter starb, pilgerten Menschen aus vielen fernen Ländern nach Myra, um den Bischof noch einmal zu sehen. Seine Grabstätte liegt heute in Bari, in Süditalien. Dort ruhen die Gebeine in der eigens errichteten Basilika San Nicola, nachdem diese im 11. Jahrhundert im Zuge einer Plünderung von Myra dorthin gebracht und gerettet wurden.

Der Nikolaus-Tag ist eines der Highlights für Kinder in der Adventszeit.

Welche Rolle spielt der Nikolaus heute?

Viele Jahrhunderte lang wurden die Kinder am Nikolaustag, den 6. Dezember (auch „Tag der unschuldigen Kinder), beschenkt. Die Bescherung fand im Mittelalter nicht wie heute üblich an Heiligabend oder dem Morgen des ersten Weihnachtstags statt. Weil die Protestanten die römisch-katholische Heiligenverehrung im Zuge der Reformation jedoch ablehnten, wurde anstelle des Nikolauses das Christkind erschaffen. Zunehmend geriet der Nikolaus in den Hintergrund und wurde von Christkind und Weihnachtsmann abgelöst. Nichtsdestotrotz sind viele Bräuche geblieben und auch heute noch gilt der Nikolaus als Geschenkebringer. Auch befindet sich an Bord vieler Schiffe aufgrund des Schifferpatronats noch immer ein Bildnis vom heiligen Bischoff von Myra, da er Legenden zufolge über Seefahrer wacht.

Geschenke am Nikolaustag

Das nächtliche Füllen von Schuhen, Stiefeln, Socken oder eines Gabentellers ist noch immer weit verbreitet und basiert auf einer Legende, nach der drei Jungfrauen in Not nachts vom heiligen Nikolaus beschenkt wurden. Kinder hoffen am Morgen des 6. Dezembers einen prall gefüllten Stiefel mit Schokolade, Lebkuchen, Mandarinen, Nüssen und Spielzeug vorzufinden, während die eigentliche Bescherung zu Weihnachten erst am 24. oder 25. Dezember stattfindet. Nur in wenigen Ländern ist der Nikolaustag auch heute noch der Tag der Weihnachtsbescherung. In vielen Erzählungen beschenkt der Nikolaus nur die artigen Kinder, wohingegen er die bösen tadelt und mit einer Birkenrute bestraft. Welche Kinder in diesem Jahr gut und welche böse waren, liest der Nikolaus aus seinem goldenen Buch ab. In Kindergärten und Grundschulen werden oft verkleidete Nikoläuse eingeladen, um den Kindern eine Predigt zu halten und an sie zu appellieren, brav zu sein. Begleitet wird der Nikolaus dabei oft von seinem Gehilfen Knecht Ruprecht, der oft die strafende Rolle übernimmt und der Sage nach ein „gezähmter Teufel“ sein soll. Jetzt Nikolaus-Geschenke im Lebkuchen Schmidt-Shop kaufen!

Wer den Nikolaus mag, mag auch ...