Geschichte

Die Geschichte der Nürnberger Lebkuchen ist die Geschichte von Lebkuchen-Schmidt und kann auf gar keinen Fall ohne die Lebkuchenschmiede erzählt werden. Denn das traditionsreiche Unternehmen aus Nürnberg ist der weltweit älteste Versender für Lebkuchen und andere Gebäckspezialitäten.

Lebkuchen Schmidt im Wandel der Zeit

Nürnberg war ohnehin schon immer das Lebkuchenherz Deutschlands – schließlich flossen hier unter all den Rohstoffen auch die köstlichen Zutaten zusammen, mit denen seit jeher die Gewürzkuchen gebacken werden. Daran wollte Lebkuchen-Schmidt aber die ganze Welt teilhaben lassen!  Auch heute noch erfreuen sich Menschen daher in aller Welt an den feinen Lebkuchen aus Nürnberg – das ganze Jahr über, aber natürlich ganz besonders zur Weihnachtszeit.

Lebkuchen Schmidt: Zufall oder Schicksal?

Seit fast 90 Jahren und damit knapp einem stolzen Jahrhundert werden bei Lebkuchen-Schmidt die köstlichen Gewürzkuchen mit viel Liebe gebacken, verkauft und auf die Reise geschickt. Einige Lebkuchen-Pakete werden sicherlich im Schlitten des Weihnachtsmanns transportiert und finden dann ihren Weg unter den festlich geschmückten Christbaum. Doch wie hat es eigentlich mit Lebkuchen-Schmidt angefangen? Das ist wahrlich eine faszinierende Geschichte – sie beginnt im Jahre 1926.

Ein Eisenbahnwaggon voller Lebkuchen

Es ist schon ein wahrer Glücksfall, wie die Ereignisse vor knapp einhundert Jahren dazu führten, dass heute überall in der Welt Nürnberger Lebkuchen an Weihnachten auf dem Gabenteller liegen: Geplant hatten die zwei Brüder Edmund Otto Schmidt und sein Bruder Franz dies nämlich nicht. Einen ganzen Eisenbahnwaggon voller Lebkuchen nahm Franz Schmidt damals von einem in finanzielle Not geratenen Kunden in Zahlung. Weil dieser Geschäftskunde seine Rechnung nicht begleichen konnte, bezahlte er Franz Schmidt nämlich einfach in Lebkuchen.

Wo Traditionen beginnen

So nahm das Schicksal seinen Lauf: Den Lebkuchen leitete Franz geschwind seinem Bruder zur Vermarktung nach Nürnberg weiter, um ihn schnell an den Mann zu bringen. E. Otto Schmidt kam dabei auf die raffinierte Idee, den Lebkuchen zu liebevollen Sortimenten zu verpacken und sie dann per regional aber auch überregional geschalteter Anzeigen zu verkaufen. Damit war er äußerst erfolgreich. Und hier hätte die Geschichte bereits ihr Ende nehmen können. Doch das war zum Glück nur der Anfang!

Historie

Ein Nürnberger Lebkuchenbäcker wird geboren

Weil der Verkauf der Gewürzkuchen so erfolgreich war, musste E. Otto Schmidt von der Firma Zucker-Bär sogar noch Lebkuchen nachkaufen. Die Leute liebten den Lebkuchen aus Nürnberg als er zum ersten Mal Ihren Gaumen berührte. Sie wollten mehr und erzählten es ihren Freunden und Familien. Von da aus war es also nicht mehr weit bis zur grandiosen Idee, die Lebkuchenherstellung selbst zu übernehmen. Ein Lebkuchenbäcker in Nürnberg ward geboren!

Nur ein Jahr später begann der noch junge Lebküchner mit einer kleinen Hinterhaus-Backstube in der Voltastraße in Nürnberg. Zehn Mitarbeiter schickten täglich rund 150 Pakete auf den Weg zu den Endverbrauchern, die sicherlich nicht lange haderten, bevor sie die frischen Lebkuchen verspeisten. Nach und nach wurde die ganze Welt durch den würzigen Geschmack des heute traditionellen Weihnachtsgebäcks verzaubert. Paket für Paket, Lebkuchen für Lebkuchen.

Schwere Jahre, doch das Lebkuchengeschäft boomt!

Schnell wurde die kleine, bis auf den Bürgersteig hinaus nach Lebkuchen duftende Stube in der Voltastraße zu klein. Die Nachfrage nach Nürnberger Lebkuchenspezialitäten war einfach zu hoch. Auf einem Grundstück in der Gyualer Straße ließ E. Otto Schmidt also ein kleines Fabrikgebäude errichten. Das hätte sich der Lebküchner vor wenigen Jahren sicherlich noch nicht erträumen lassen. Dort produzierten zwischen den Jahren 1930 und 1931 rund 150 Beschäftigte sagenhafte 35.000 Lebkuchen-Pakete pro Saison. Wie so oft, wird leider kaum eine Geschichte ohne traurige Passagen erzählt…

Die folgenden Jahre waren vor allem wegen des Krieges schwer für Lebkuchen-Schmidt. Die von allen geliebte Lebkuchenfabrik erlebte beschwerliche Zeiten und nach einer Enteignung im Jahre 1938 schied Edmund Otto Schmidt zeitweilig sogar aus dem Unternehmen aus. Doch auch das sollte noch lange nicht das Ende der Geschichte sein! Nach Kriegsende übernahm der Firmengründer die Lebkuchenschmiede nämlich wieder und kehrte ohne Umwege zu seiner Leidenschaft, die Menschen mit Lebkuchen zu bescheren, zurück.

Lebkuchen in der Zeit der Wirtschaftswunder

In den 1950er-Jahren erlebte die Wirtschaft einen regen Aufschwung – und damit auch Lebkuchen-Schmidt. Damals übernahm Martin Burkhardt die Abteilung für Werbung und Gestaltung. 1955 stieß auch sein Bruder Rudolf Burkhardt als technischer Betriebsleiter hinzu. Die beiden Brüder wurden jedoch nicht nur ein Teil des Unternehmens, sondern ein Teil der Familie.

Nur wenige Jahre später adoptierte E. Otto Schmidt 1960 die beiden Brüder und bewies damit nicht nur Herz für Lebkuchen. Indes wuchs die Belegschaft auf 600 Mitarbeiter, die während der Saison 1959 stolze 500.000 Pakete Lebkuchen produzierten. Damit war auch das kleine Fabrikgelände zu klein und noch im selben Jahr erwarb der Firmengründer das Grundstück an der Zollhausstraße, wo sich heute noch immer der Firmensitz von Lebkuchen-Schmidt befindet.

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Lebkuchen-Schmidt – eine nie enden wollende Erfolgsgeschichte

Leider erlebte E. Otto Schmid die Einweihung des neuen Grundstücks nicht mehr – er verstarb im Alter von 69 Jahren am 31. Dezember 1961 im Kreise seiner Familie. Lebkuchen-Schmidt ging damit an seine beiden Adoptivsöhne Martin und Rudolf Schmidt-Burkhard sowie Augustine Schmidt über. Nach dem Tod von Rudolf im Jahre 1980 und Martin im Jahre 1983 übernahm Henriette Schmidt-Burkhardt die Lebkuchenfirma.

Lebkuchen Schmidt: Beginn einer neuen Ära

Bis zu ihrem Tod im Jahre 2014 setzte auch sie auf Expansion und übernahm dabei 1988 einen der ältesten Lebkuchenhersteller Nürnbergs: die Traditionsfirma Lebkuchen Wicklein. So wie es E. Otto Schmidt gewollt hätte, brachte das Unternehmen auch weiterhin immer mehr genüsslichen Lebkuchen unter die Menschen. Noch heute ist Lebkuchen-Schmidt ein weltweit äußerst erfolgreiches Unternehmen, das seine Gebäckspezialitäten sorgfältig und mit viel Liebe ofenfrisch verpackt und direkt an die Lebkuchenliebhaber ausliefert. An der familiären Stimmung bei Lebkuchen-Schmidt sollte sich also nie wieder etwas ändern. Und all das begann mit einer einzelnen Wagonladung voller Lebkuchen in Nürnberg.