Glühwein


Glühwein, das alkoholhaltige Heißgetränk, das Weihnachten die Würze verleiht. In der Vorweihnachtszeit sind die Regale der Supermärkte voll mit den dunklen Flaschen und spätestens, wenn die Weihnachtsmärkte eröffnen, eskaliert vielerorts die promillegeladene Weihnachtsstimmung. Was macht guten Glühwein aus, woher stammt er eigentlich und wie macht man ihn mit einem einfachen Rezept kurzerhand selbst? Wir haben die Antwort auf alles. Stößchen!

Herkunft und Tradition des Glühweins

Hätten Sie gewusst, dass die alten Römer der Antike bereits Glühwein tranken? Oder besser gesagt den Vorläufer dessen, was wir heute auf Weihnachtsmärkten in unsere Kehlen gießen. Der römische Würzwein, Conditum Paradoxum, ähnelt dem traditionellen Weihnachtstrunk von heute sehr: Honig wurde mit Wein eingekocht und dann mit allerlei Gewürzen abgeschmeckt: Pfeffer, Safran, Lorbeerblätter, das Harz vom Mastix-Pistazienbaum sowie Datteln und geröstete Dattelkerne. Das Rezept stammt aus dem ältesten Kochbuch der römischen Antike „De re conquinaria“ des römischen Feinschmeckers Caelius Apicius.
Dem heutigen Rezept deutlich näher kommt ein Glühweinrezept des sächsischen Historikers August Josef Ludwig von Wackerbarth aus dem Jahre 1843: Rotwein, Zimt, Ingwer, Anis, Granatapfel, Muskatnnuss, Kardamom und Safran sowie Süßungsmittel, wahlweise Honig oder Zucker. Eine Weile dauerte es dann aber noch, bis Glühwein kommerziell wurde: Im Winter 1956 füllte die Firma Kunzmann erstmals Glühwein in verkaufsfertige Flaschen ab. Genauer gesagt war es Rudolf Kunzmann in seiner Augsburger Weinkellerei, die er damals noch im Alleingang führte. Den Familienbetrieb gibt es immer noch, heute von dessen Sohn Jürgen in Dasing geführt. Zu verdanken ist seinem Vater der deutschlandweit bekannte Augsburger Christkindlmarkt Glühwein und natürlich damit auch die Ausbreitung des alkoholischen Heißgetränks in Ganz Deutschland und der Welt.

Der beste Wein für Glühwein – rot soll er sein?

Rotwein ist bekanntlich die Basis für Glühwein. Zumindest in Deutschland. Doch gibt es bei uns hier in Franken oft auch die Weißwein-Alternative. Genauso ist es in Österreich völlig normal, Glühwein sowohl aus Rotwein als auch Weißwein herzustellen. Für Kinder dient meist Fruchtsaft wie Apfelsaft als Basis – schließlich gehört Kinderglühwein auf Weihnachtsmärkten genauso dazu wie der alkoholhaltige. Letztendlich ist es doch eine Frage persönlicher Vorlieben. Aber welcher Wein ist am besten geeignet, um ihn mit allerhand Gewürzen zu mischen? Für Rotwein empfehlen Weinkenner vor allem Weine mit wenig Säure und geringem Tanninanteil. Anbei eine Auswahl verschiedener Weine beider Varianten. Selbstverständlich schmeckt es auch mit anderen Weinsorten.
 
Rotwein als Basis
  • Dornfelder
  • Merlot
  • Spätburgunder
  • Pinot Noir
 
Weißwein als Basis
  • Chardonnay
  • Müller-Thurgau
  • Riesling
  • Silvaner

Welche Gewürze gehören in den klassischen Glühwein?

Ein leckerer und klassischer Glühwein entsteht schon mit wenigen Zutaten: Zimtstangen, Zitronenschale, Sternanis und Gewürznelken. Nach Gusto können aber viele weitere Gewürze hinzugegeben werden, ganz nach Geschmack. Folgende Zutaten finden sich auszugsweise in vielen heimischen und industriellen Glühweinen. Zum Süßem kommen häufig Honig und Zucker, oder alternativ Agavendicksaft zum Einsatz. Wer dem ganzen noch die Krone aufsetzen möchte, verwendet sogenannte Botanicals, die häufig bei Cocktails zum Einsatz kommen. Sprich Blüten und Kräuter wie Rosmarin oder Rosenblüten, um dem Wein noch eine florale Note zu verleihen.
  • Vanilleschoten
  • Zitronenschale
  • Orange
  • Zimt
  • Gewürznelken
  • Pfeffer
  • Ingwer
  • Muskat
  • Koriander
  • Sternanis
  • rote Pfefferbeeren
  • Piment
  • Wacholderbeeren
  • Lorbeerblätter
  • Fenchelsamen
 

Warum macht Glühwein so schnell betrunken?

Manche halten es für ein Gerücht, andere wiederum erklären den Fauxpas auf der Weihnachtsfeier mit dem Umstand, dass Glühwein schneller betrunken mache. Aber stimmt das? Tatsächlich, es stimmt. Zumindest, wenn der Glühwein auf die übliche Art und Weise getrunken wird: Heiß. Der Körper nimmt warme Getränke nämlich besser und schneller auf als kalte. Zum Einen gelangt der Alkohol so über Mund- und Magenschleimhäute genauso wie über den Magen und den Darm schneller in den Blutkreislauf – man fühlt sich schneller betrunken.

Dann tragen auch die Gewürze dazu bei, sich je nach Menge nicht unbedingt besser zu fühlen. Spätestens am nächsten Tag meldet sich im schlimmsten Falle dann ein Kater, der stärker ausfällt, als nach einer von Vodka in Maßen gezeichneten Nacht. Schuld sind eben die vielen Additive wie Zucker, Aldehyde und Fuselöl. Die entziehen dem Hirn Sauerstoff und sorgen damit für die typischen Symptome eines Katers: Kopfschmerzen, Müdigkeit und häufig auch Übelkeit. Also: Nicht mit dem Glühwein übertreiben und nicht zu schnell trinken!