Weihnachten in Italien

Italien ist für Weihnachtsfans vermutlich wie das Paradies. Denn Italiener feiern gleich viermal Weihnachten. Über einen ganzen Monat erstreckt sich das Fest, vom 6. Dezember bis hin zum 6. Januar des neuen Jahres. Anfang des zwölften Monats steht also bereits der festlich geschmückte Weihnachtsbaum im Wohnzimmer. Viele Bräuche der italienischen Weihnacht kennt man so jedoch auch aus Deutschland und anderen Ländern Europas.

Italienische Weihnachten beginnt nicht mit Heiligabend, sondern mit Santa Nicola, dem Nikolaustag am 6. Dezember. Ähnlich wie auch in Deutschland, gibt es bereits an diesem Tag kleine Geschenke, welche die Kinder morgens vor ihrer Schlafzimmertür oder in jüngster Vergangenheit auch immer öfter unter dem Weihnachtsbaum finden. An öffentlichen Plätzen und in den Kirchen stehen genauso wie daheim bereits festlich geschmückte Krippen und Weihnachtsbäume. Anders als die Krippen, haben Tannenbäume allerdings noch keine sehr lange Tradition in Italien – erst seit einigen Jahrzehnten ist es Brauch, einen Christbaum aufzustellen und zu schmücken.

Rund eine Woche später steht bereits der nächste Festtag an. Am 13. Dezember feiern die Italiener die „Botin des Lichts“, Santa Lucia. Die 281 nach Christus geborene Sizilianerin vermachte ihr gesamtes Vermögen den Armen. Daran erinnert auch die traditionelle Süßspeise Torrone dei poveri, ein klebriges Gemisch aus Zucker und Kichererbsen. Die günstig zubereitete Speise wird daher gern an Bedürftige verschenkt. Am 24. Dezember läuten Kanonenschüsse, die vom Castel St. Angelo abgefeuert werden, das Fest ein, während die Familien Zuhause, ähnlich wie in Deutschland, gemeinsam ein Festmahl genießen. Darauf folgt eine Tombola, ähnlich wie in der spanischen Weihnacht sowie in vielen christlichen Gemeinden der Besuch der Christmette, einem weihnachtlichen Gottesdienst in der Kirche.

Der wichtigste Weihnachtsfeiertag ist aber auch in Italien der 25. Dezember. An diesem Tag feiert das ganze Land die Geburt des Jesuskinds (il Bambinello Hesu). Los geht’s am frühen Morgen mit der Bescherung und den Geschenken für die Kinder, gefolgt von einem satten Weihnachtsessen. Bedeutsam ist der Tag auch deshalb, weil der Papst den Gläubigen in aller Welt seinen Segen auf dem Petersplatz erteilt. Der vierte und letzte Feiertag ist schließlich der 6. Januar. Auch hier gibt es traditionell noch einmal eine Bescherung. Dann kommt nämlich die gute Hexe La Befana nachts durch den Schornstein, um artigen Kindern Geschenke und den unartigen Kindern kleine Kohlestückchen in ihren Schuhen zu hinterlassen.

Weihnachtsessen auf die italienische Art


Anders als in Deutschland kommen am 24. Dezember keine Fleischgerichte auf den Tisch. Stattdessen bestimmen Antipasti, Fisch und Gemüse die Tafel im Kreise der Familie. Am ersten Weihnachtstag fahren die Italiener dann schon etwas größere Geschütze aus: Oft bereits schon zur Mittagszeit gibt es Fleisch en masse. Typische Vorspeisen sind jedoch zunächst der italienische Eiersalat Insalata Russa, Nudelvorspeisen wie Primo Piatto oder Raviolini del plin – kleine Ravioli mit Bratensoße oder Butter. Die Hauptspeise sieht dann zum Beispiel Kalbsbraten oder Wildschweinbraten vor. Zum Nachtisch gibt es die Mailänder Kuchenspezialität Panettone.

Zu unseren Rezepten

Frohe Weihnachten auf italienisch: Buon Natale!

Auf einen Blick

Es gibt vier Weihnachtstage in Italien

Am 6., 13. und 25. Dezember sowie am 6. Januar wird gefeiert

Die Geschenke bringt die Dreikönigshexe Befana

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