Weihnachten in China

– weniger christlich, mehr kommerziell.
Bei gerade mal 1% christlichem Bevölkerungsanteil ist es nicht verwunderlich, dass Weihnachten in China einen etwas anderen Stellenwert besitzt als in Deutschland. Doch es wird gefeiert und befindet sich in vielen Regionen auf dem festlichen Vormarsch – nur eben ohne die religiösen Hintergründe. Ein gesetzlicher Feiertag ist Weihnachten in der Volksrepublik auch nicht. Nur für die chinesischen Christen oder in China lebende Christen, ist Weihnachten wirklich das Fest des Jahres.

Wo wird in China Weihnachten gefeiert?

Statt Weihnachten feiern die meisten chinesischen Familien vielmehr das im Januar folgende Chinesische Neujahrsfest (auch „Frühlingsfest“). Weil der christliche Einfluss in China sehr gering ist und der Christentum als Religion eine sehr untergeordnete Rolle spielt, haben die Chinesen auch nicht den ursprünglichen, religiösen Bezug zum Fest, das sich um die Geburt Jesu Christi dreht. Nichtsdestotrotz wird es in vielen großen und international geprägten Städten und Provinzen zelebriert – denn die steigende Popularität ist natürlich auch kommerziell geprägt und damit wirtschaftlich bedeutsam. In den beiden international aufgestellten Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau gelten deshalb auch andere Regeln, hier ist Weihnachten tatsächlich und offiziell ein gesetzlicher Feiertag. Während Macau auch Heiligabend ein vollwertiger Feiertag ist, sind es in Hongkong aber nur der 25. und 26. Dezember. Dort zeigen sich jedoch die britischen Einflüsse: Der 26. Dezember ist genauso wie in Großbritannien als „Boxing Day“ bekannt.

In Taiwan ist ebenfalls frei – aber nur, weil Weihnachten und Tag der Verfassung dort zufällig auf den gleichen Tag fallen. Entlang der Küste und in großen Städten wie Peking (Beijing), Shanghai, Guanguhou und Guilin wird Weihnachten ebenfalls öffentlich gefeiert: Mit großen Weihnachtsbäumen, üppigen Dekorationen und schillernden Lichtern. Vor allem in den Geschäften und Kaufhäusern versteht sich. Doch statt echten Fichten überwiegen die Plastikbäume. Je weiter es ins Landesinnere und in den Westen der Volksrepublik China geht, desto weniger Spuren von Weihnachten sind im buddhistisch geprägten Land zu finden. In den meisten westlichen Städten und Dörfern Chinas ist Weihnachten sogar relativ unbekannt.

Wie feiern die Chinesen Weihnachten?


Ähnlich wie in Japan ist Weihnachten auch im Land des Lächelns eine Mischung aus Sylvester und Valentinstag und weniger ein Familientag. Deshalb feiern vorrangig junge Chinesen das eigentlich christliche Fest. Statt Bescherung im Kreise der Liebsten ist der Heiligabend vielmehr von feiernden Menschen der jüngeren Generation geprägt. Mit Freunden und Bekannten trifft man sich zum Essen in Restaurants oder Zuhause, in der Karaokebar oder in Diskotheken. Wegen des kommerziellen statt heiligen Geistes locken viele Geschäfte mit verlängerten Öffnungszeiten und selbstverständlich allerlei Rabattaktionen und Sonderangeboten. Überhaupt fehlt es der chinesischen Weihnacht verglichen mit der in Deutschland an Bräuchen: Adventskranz und Tannenbaum in den eigenen vier Wänden sind ebenso unüblich wie die Geschenke, die in anderen Ländern darunter liegen. Statt Geschenke nämlich, die es allerdings zum Frühlingfest gibt, freuen sich die Kinder vielmehr über Attraktionen und Unterhaltungsprogramme mit Kirmes-Charakter. Den Weihnachtsmann „Shengdan Laoren“ (圣诞老人) gibt es zwar ebenfalls als Symbolfigur, nur hat er eben mehr die Rolle eines kommerziellen Botschafters statt eines Geschenkebringers. Manch einer sieht Weihnachten in China wegen alledem als Vorgeschmack auf das festliche Neujahr, das nur wenige Wochen später folgt.

Weihnachten in Japan

"Frohe Weihnachten!" auf Chinesisch

圣诞快乐   (Shèngdàn kuàilè / shnng-dan kwhy-ler)

Weihnachten in China auf einen Blick:

 

Vor allem junge Chinesen feiern Weihnachten

Weihnachten in China ist kommerziell, statt religiös geprägt

Weihnachten ist eine Mischung aus Sylvester und Valentinstag

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