Lebkuchen Schmidt und der Zufall

Bei vielen großen Dingen im Leben hat der Zufall seine Hände im Spiel. So auch bei der Entstehung von Lebkuchen Schmidt. Denn eigentlich wollte E. Otto Schmidt einfach nur eine Wagenladung Lebkuchen loswerden.

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E.Otto Schmidt bekam von seinem Bruder Franz  1926 einen Eisenwaggon voll mit Lebkuchen nach Nürnberg geschickt, den Franz in Thüringen in Zahlung genommen hatte.

In Nürnberg sollte Otto die Lebkuchen unters Volk bringen. Vor diese Aufgabe gestellt, kam Otto auf die Idee, die Lebkuchen zu Sortimenten zusammenzustellen und diese mit regional und überregional geschalteten Anzeigen zu bewerben.

Der Lebkuchenversand erlebte damit seine Geburtsstunde. Das Ganze lief so erfolgreich, dass von der Firma, die die Eisenbahnwaggon in Zahlung gegeben hatte, sogar Lebkuchen nachgekauft werden mussten. Durch den Erfolg seiner Geschäftsidee beflügelt eröffnete e.Ott Schmidt im Jahre 1927 seine eigene Lebküchnerei.

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In einer winzigen Backstube, die sich damals noch in einem Hinterhaus in der Voltastraße 91 in Nürnberg befand, wurden auf 50 Quadratmetern die Lebkuchen von 10 Angestellten gebacken und zu Sortimenten zusammengestellt. Etwa 150 Pakete voller leckerer Lebkuchen verließen schon damals per Leiterwagen die kleine Lebküchnerei.

Die winzige Back- und Packzimmer in der Voltastraße wurde in den folgenden Jahren  (1930/31)  zu klein, so dass E. Otto Schmidt ein neue Grundstück, diesmal in der Gyulaer Straße kaufte und dort ein kleines Fabrikgebäude errichtete. Die Firma hatte damals 150 Beschäftigte, die 35.0000 Lebkuchen-Pakete pro Saison packten.

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1938 wurde E. Otto Schmidt enteignet und nach schweren Bombenschäden am Firmengebäude musste 1943 die Lebkuchenproduktion eingestellt werden. Aber schon ein Jahr später erfolgte der Wiederaufbau des Gebäudes und schon im Jahr 1950 arbeiteten wieder 300 Personen bei Lebkuchen-Schmidt in Nürnberg.

1950 mit Beginn der Wirtschaftswunder-Zeit traten Martin Burkhardt und 5 Jahre später auch sein Bruder Rudolf Burkhardt in die Firma ein. Martin übernahm den Breich Werbung und Gestaltung und sein Bruder Rudolf wurde Leiter des technischen Betriebes. Irgendwie müssen es die beiden Brürder dem Firmengründer angetan haben, denn er adoptierte die Beiden im Jahre 1960.

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Das Unternehmen wuchs und wuchs, bereits im Jahr 1965 war der Pesonalbedarf so groß, dass die Mitarbeiter mit Bussen aus der Nürnberger Umgebung abgeholt wurden. Während der Saison 1959 arbeiteten 600 Personen bei Lebkuchen Schmidt, die über 500.000 Lebkuchenpakete produzierten.

Das Gelände in der Gyulaer Straße war zu dieser Zeit wieder zu klein geworden und man erwarb das heutige Firmengelände an der Zollhausstraße und errichtete dort ein neues Fabrikgebäude, welches im Jahr 1963 fertig gestellt wurde. Leider erlebte der Gründer E. Otto Schmidt die Einweihung nicht mehr, er verstarb mit 69 Jahren am letzten Tag des Jahres 1961.

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Im Jahr 1980 verstarb Rudolf Schmidt-Burkhardt, der Mann von Henriette Schmidt-Burkhardt, die das Unternehmen von 1983 bis zu Ihrem Tod 2014 führte.

 

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